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People | 06.05.2021

Jede Mama ist besonders

Sie sind die mehr oder weniger heimlichen Superheroes der Gesellschaft: Mütter. Eine Hommage an den schwersten und erfüllendsten „Beruf“ der Welt und drei Porträts von beeindruckenden Mamas.

Bild HEAD_2105_B_EM_Mama.jpg
© Shutterstock

 

Raus aus der Komfortzone

Nach der harten Trennung von ihrem Ex-Mann nahm ihr Leben einen komplett anderen Verlauf. Heute ist Sandra Gerdenitsch alleinerziehende Mama mit starkem familiärem Netzwerk, Bundesrätin und Landesgeschäftsführerin der SPÖ Frauen.


Vor sieben Jahren platzte die Blase ihrer vermeintlich heilen Welt, in der sie bis dahin glaubte zu leben. Nach der unschönen Trennung von ihrem damaligen Ehemann durchlebte Sandra Gerdenitsch lange Zeit einen schwierigen Prozess. Heute steht sie voll im Leben und rät allen Frauen: „Bitte schaut, dass ihr unabhängig seid. So schön es oft auch ist, so schnell kann es vorbei sein, du weißt nicht, was die Zukunft bringt.“ Der Scheidungskrieg ist mittlerweile ver­daut und sie räumt ein, dass auf beiden Seiten Fehler passiert sind. „Natürlich ließ ich mich damals teilweise von meinen Emotionen leiten, heute sehe ich vieles anders. Aber was passiert ist, ist passiert. Jetzt besteht mein Leben aus meinen Kindern, meiner Familie und aus meinem Job, den ich mit Leidenschaft mache.“

 

Sandra Gerdenitsch möchte andere Frauen unterstützen. © Viktor Fertsak


Als Frauen-Landesgeschäftsführerin will sich die Deutschkreutzerin für andere Frauen einsetzen. Ihr ist bewusst, dass sie in einer privilegierten Situation lebt, in der sie Unterstützung  und ein gutes Netzwerk genießt. Ihre Eltern sind ihr Fels in der Brandung, ohne den sie nicht auskommen könnte. „Mein Papa war immer ein Feminist, er war schon in den 70er-Jahren ein moderner Vater, der sich viel mit uns Kindern beschäftigt hat. In den letzten Jahren war er es, der mich am meisten unterstützt und meine Unabhängigkeit gefördert hat.“

Altes Frauenbild.
Für ihre beiden Kinder, Mattea (17) und Luca (15), brach damals eine Welt zusammen. „Für Kinder ist eine Trennung nie leicht. Und ich höre heute noch manchmal bei Auseinandersetzungen: ‚Ich wünschte, ich hätte eine normale Familie!‘ Ich sage dann: ‚Was ist schon normal?‘“ Sandra ist stolz auf ihre Kinder und unterstützt sie in ihren Träumen, wo sie kann. Mattea verfolgt zielstrebig ihre Vorhaben und möchte nächstes Jahr nach der Matura ein Jahr Gedenkdienst machen und ins Ausland. Luca besucht derzeit die 1. Klasse der HTL in Eisenstadt und ist ein begeisterter Musikant und Fußballer. Für Sandra ist es wichtig, ihren Kindern Selbstständigkeit beizubringen und für ihre Meinung einzustehen. Dass sie die Erziehung als Mutter weitestgehend alleine übernimmt, fordert sie oft und strapaziert ihre Nerven, doch sie weiß, wofür sie es macht. Mit zwei Teenagern sind Reibereien vorprogrammiert, und das kostet Kräfte, „aber das gehört zum Mamasein dazu“.  

 

STOLZ & VORBILD. Luca (15) und Mattea (17) nehmen sich ihre starke Mama zum Vorbild und verfolgen beharrlich ihre Ziele und Träume. © Viktor Fertsak

 

Befreiung und Hilfe. Fast jede zweite Ehe in Österreich wird geschieden. Wichtig ist, für die Kinder da zu sein und sich professionelle Hilfe zu holen, wenn man nicht mehr weiter weiß. Auch Sandra war zunächst mit vielen Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert, doch mit den richtigen Menschen an ihrer Seite lösten sich diese nach und nach auf. „Jetzt sehe ich es als Befreiung. Wer weiß, wo ich gelandet wäre, hätten wir diese Ehe aufrechterhalten. Für die Kinder ist es natürlich schade. Auch, dass sie keinen bis wenig Kontakt zu ihrem Vater haben, was sich hoffentlich irgendwann wieder ändern wird.“ Dass Corona das alte Frauenbild neu aufgerollt hat, stimmt die 47-Jährige nachdenklich. Auch sieht sie es als problematisch, dass viele Frauen ihre unglücklichen Beziehungen nicht verlassen, weil sie sich zu stark in der Verantwortung sehen oder sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht trauen. Dabei weist sie auf die zahlreichen Anlaufstellen für Frauen hin, die im Land geboten werden. „Ich sage den Frauen auch immer, dass sie mich jederzeit privat anrufen können. Ich bemühe mich um Lösungen für jede Frau, die Hilfe braucht. Ich hoffe, auch ein bisschen Vorbild sein zu können, das Frauen stärken und ermutigen kann. Nur wenn du selbst glücklich bist, können es deine Kinder auch sein.“

Gruppe Gleichgesinnter. Ein Partner fehlt in ihrem Leben manchmal, ist jedoch nicht das vorrangige Ziel. Deswegen möchte Sandra eine Gruppe ins Leben rufen, die alleinerziehenden Frauen und Männern die Möglichkeit gibt, sich auszutauschen, sich gegenseitig zu helfen und gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen. „Gemeinsam reisen, essen gehen oder Veranstaltungen besuchen. In der Gruppe unter Gleichgesinnten ist es immer lustiger.“


Wer Interesse oder Fragen hat, kann gerne direkt mit Sandra Kontakt aufnehmen: [email protected]