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People | 16.03.2022

„Ich bereue nichts“

Mit Blick auf eine große Gesangskarriere eroberte Elke Sanders in den 1990ern die Schlagerbühnen – dann kam plötzlich der Rückzug aus dem Showbusiness. 22 Jahre später das Comeback. Jetzt wird sie 50 und fühlt sich freier denn je.

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"Die Leute sollen meine Leidenschaft für das Singen in jedem Lied spüren.", Elke Sanders, Sängerin © MMan

Es begann 1993 mit „Peters Party“, einer Talenteshow zu vergleichen mit „Star­mania“. Nein, stopp. Gesungen hat Elke Sanders schon als kleines Mädchen – in ihrem Zimmer trällerte sie mit einer Kerze in der Hand vor dem Spiegel zu Nicoles „Ein bisschen Frieden“, im Schulchor und bei Schulaufführungen stand sie selbstbewusst auf der Bühne und wollte keineswegs im Erdboden versinken, sondern genoss es in vollen Zügen. So sehr, dass sie als Jugendliche bereits Gesangsunterricht nahm und eine sechsjährige klassische Gesangs- und Jazzdanceausbildung absolvierte. Und als die Deutschkreutzerin bei Peter Rapps Talenteshow als 21-Jährige unter den 2.000 Teilnehmer*innen als Zweitplatzierte von der Bühne ging, ebnete sie damit eine vermeintlich steile Karriere als Schlagersängerin. Der erste Plattenvertrag, die ersten Auftritte – immer mit dabei als Unterstützung: ihre Eltern Gerhard und Paula. „Ich kann mich noch gut erinnern, als wir beim Casting für ‚Peters Party‘ in Wien waren und meine Mutter die 2.000 Bewerber*innen gesehen hat. Sie wollte sofort wieder fahren, weil da hätte ich eh keine Chance. Aber mein Vater ist reingegangen, hat sich die anderen angehört und gesagt: ‚Nein, wir bleiben!‘“ Die elterliche Unterstützung gepaart mit Elkes Ehrgeiz und Talent bescherten der jungen Sängerin zu Beginn ihrer 20er einige Jahre Seite an Seite mit internationalen Stars aus dem Show- und Schlagergeschäft: Eröffnung der Special Olympics mit Sänger Waterloo, Musikantenstadl mit Karl Moik, CD-Veröffentlichungen und Auftritte mit Nik P und anderen namhaften Stars in Österreich und Deutschland.


Leere Versprechungen

Bei diesen Reisen lernte sie auch ihren Mann Manfred kennen und lieben. Er war Unternehmer in der Modebranche und hatte mit dem Showbusiness nichts am Hut. Dann kam für Elke der Zeitpunkt, an dem sie das Gefühl hatte, sich entscheiden zu müssen: Karriere oder Familie. Die Entscheidung fiel ihr umso leichter, als sie von einigen Menschen aus dem Business immer wieder enttäuscht wurde. „Ich habe so viele Leute kennengelernt und nicht alle meinten es gut mit mir. Ich war jung und vielleicht zu leichtgläubig. Viele haben nur groß geredet und versprochen und nichts gemacht. Es gab viele Hickhacks zwischen den Managern, meist ging es nur ums Geld und ich war der Spielball.“ 1998 beim Grand Prix des Schlagers schaffte sie es mit dem Song „Tränen trocknen schwer“ sogar in die Endausscheidung, aber kurz da­rauf entschied sich Elke dazu, einen Cut zu machen und aus dem Showgeschäft auszusteigen. „Es war natürlich ein Prozess, aber danach habe ich einen harten Abschluss gemacht, meine Musikanlage verkauft und das Singen verschwand nahezu aus meinem Leben. Ich erkannte, dass die Zeit einfach reif für etwas anderes war. Es gab viele Erlebnisse damals, aber ich bereue nichts, weil ich aus allen Situationen etwas lernen konnte.“

 

1998: Elke Sanders mit Ludwig Hirsch beim Open Air „Künstler für Lassing“

 


Das Comeback

Mit 27 Jahren widmete sich Elke ganz dem Familienleben, heiratete in Folge ihren Manfred und ihr Sohn Julian kam zur Welt. Sie baute mit ihrem Mann eine Immobilienfirma auf, die sie auch noch heute gemeinsam betreiben. Viele Jahre später – 2019 – kam es, wie es wohl kommen musste: Ihr Neffe bat Elke, auf seiner Hochzeit zu singen. Nach langem Überlegen entschloss sie sich, das Abenteuer zu wagen. „Es war eine Herausforderung. Ich musste erst wieder ins Singen reinkommen, mich monatelang auf die Hochzeit vorbereiten. Ich habe eine neue Anlage gekauft und jeden Tag geübt, dabei über 40 Lieder einstudiert. Ich habe mich wieder in die Musik und das Singen verliebt und gemerkt, wie sehr es mir gefehlt hat.“ Nach der Hochzeit und der Begeisterung der Gäste wollte Elke dieses gute Gefühl weitertragen und sang für ein weiteres Brautpaar, schmiedete musikalische Zukunftspläne. Dann kam Corona. „Ich nutzte den ersten Lockdown, um an alte Kontakte anzuknüpfen, was auf Anhieb gelang. Der Musikverlag Schedler brachte mich mit einem der gefragtesten Komponisten zusammen, Oliver Lukas schreibt unter anderem auch für Andrea Berg.“ Aus dieser Kooperation entstand 2021 ihr erster Song seit 22 Jahren: „Die ganz starken Frauen“, ein eingängiger Schlager zum Mitsingen. Es folgten Charity-Projekte wie „Open Your Window“ mit Joachim Moser – das Lied haben die beiden bereits 22 Jahre zuvor aufgenommen und seither fristete es in einer Schublade den Dornröschenschlaf, von dem es letztes Jahr erlöst und einem guten Zweck – Licht ins Dunkel – zugeführt wurde.

 

1998: Bei der Eröffnung der Special Olympics mit Waterloo


Reiferes Herz

Eine musikalische Wendung nahmen die letzten Monate insofern, als dass Elke erkannte: Das Schlager-Genre ist nicht mehr das Richtige für sie. „Ich bin jetzt reifer, mein Herz schlägt mehr für poppige Songs, die auch in Richtung Soul und Latin-Pop gehen.“ Durch das regelmäßige Gesangscoaching bei Sängerin und Vocalcoach Monika Ballwein kam es zu einer Verbindung, mit der Elke sich jetzt besonders wohl fühlt. Die Komponistin Petra Bonmassar schneidert nun ganz individuell für Elke Stücke, die ihren neuen Stil festigen sollen. „Schlager spricht vielleicht eine breitere Masse an, aber darum geht es mir nicht mehr. Ich möchte Musik machen, die jetzt zu mir passt und mit der ich mich wohlfühle. Das hat für mich oberste Priorität: Ich mache nur noch, was mir guttut.“

Zukunftspläne

Am 4. März erscheint nicht nur ihre neue Single „Grenzenlos“, sondern es gibt noch einen anderen Grund zu feiern für Elke: Sie wird 50. „Das ist nur eine Zahl. Im Kopf fühle ich mich deutlich jünger und ich liebe es, Neues zu probieren. Davon handelt auch ‚Grenzenlos‘. Es geht darum, dass man in jedem Alter neu beginnen und sich seine Herzenswünsche erfüllen sowie zu seiner Leidenschaft stehen kann.“ Für den Sommer ist bereits ein fröhlicher Popsong in Arbeit im Stil von Alvaro ­Soler, im Herbst kommt eine Ballade und im Winter ein eigener Weihnachtssong. Für 2023 ist ein Album geplant. „Ich singe, solange es mir Spaß macht. Ich möchte sowohl meine nachdenkliche, tiefgründige Seite zeigen als auch gute Laune und eingängige Melodien für die Zuhörer*innen schaffen. Die Leute sollen meine Leidenschaft für das Singen in jedem Lied spüren.“


www.elkesanders.com

 



Elkes neuer Song „Grenzenlos“ ist ab 4.3. auf allen digitalen Musikplattformen zum Download erhältlich.

Wir verlosen 5 x je 1 CD von „Grenzenlos“ und „Open Your Window“ mit persönlicher Widmung. HIER kannst du mitspielen!

 

Fotos MMan, privat