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People | 10.06.2022

Geld ist Damensache

„Finanzielle Unabhängigkeit ist ein kostbares Gut, das ich jeder Frau wünsche.“ Wie Frauen sowohl im Erwerbsleben als auch in der Pension finanzielle Freiheit genießen können – über dieses Herzensthema sprechen wir mit der Finanzexpertin Marietta Babos.

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Marietta Babos brennt für das, womit sich viele nicht beschäftigen wollen: „Aber nur bis sie merken, wie viel Spaß es macht, zuzuschauen, wie ihr Vermögen wächst.“ © Alexandra Grill

Kennen Sie das, wenn Ihre Augen zu leuchten beginnen, sich ein Lächeln auf Ihrem Gesicht breitmacht und Sie strahlend von einem bestimmten Thema schwärmen? Wenn es um das Thema Vorsorge geht, ist dies wohl weniger der Fall. Es ist für viele eine unliebsame Angelegenheit, mit der frau sich oft nicht so richtig befassen möchte. Aber es ist wie mit so vielem im Leben: Nur weil’s vermeintlich keinen Spaß macht, heißt das nicht, dass man sich nicht darum kümmern muss. Marietta Babos hat sich aufgrund eines persönlichen Schicksalsschlags in der Familie – als ihre Mutter nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters von einem Tag auf den anderen vor einem finanziellen Dilemma stand – entschlossen, sich näher mit dem Thema Vorsorge, speziell für Frauen, zu beschäftigen. Heute ist es ihre Herzensmission, Frauen zu unterstützen, um später einmal nicht in den Untiefen der Altersarmut zu landen. Das gilt auch für Frauen, die heute gut verdienen. Beim Blick auf das künftige Pensionskonto (www.pensionskontorechner.at) ist noch niemand jubelnd vom Sessel gesprungen. Problem ist jedoch, dass die meisten den Blick gar nicht erst wagen. Doch nicht nur das: kluges Veranlagen kann auch im Erwerbsleben ein ungeahnter Antrieb sein, um sich etwas leisten zu können oder sich einen großen Wunsch zu erfüllen. Und das macht definitiv Spaß.


Gehen Frauen und Männer unterschiedlich mit dem Thema Vorsorge um und wenn ja, warum?

Marietta Babos: Ich musste feststellen, dass Frauen das Thema viel öfter vernachlässigen als Männer. Umso härter sind sie von den Folgen betroffen. Frauen sind vor allem auch durch Teilzeitarbeit hochgefährdet, gerade in Österreich ist der Anteil an Teilzeitarbeit bei Frauen sehr hoch. In meinem Herkunftsland Ungarn gibt es zum Beispiel so gut wie kaum Teilzeitkräfte, solche Jobs werden im Regelfall gar nicht angeboten. Natürlich ist es auch eine finanzielle Frage. Familien in Ungarn können nur existieren, wenn beide Elternteile Geld nach Hause bringen. Ich selbst kam mit einem Jahr in eine Kinderkrippe, das war vollkommen normal. Um 17 Uhr wurde ich von dort abgeholt, genauso im Kindergarten und in der Schule. Bei meinen eigenen Kindern habe ich es genauso gehandhabt, sie gingen in Oberpullendorf in die Krippe.


Haben Sie das Gefühl, dass das in Österreich von der Gesellschaft nicht so akzeptiert wurde wie in Ungarn?

Wir wurden sehr freundlich empfangen und die Kinderkrippe hat sich gefreut, weil es damals kaum Kinder in der Krippe gab. Heute sind meine Kinder (13 und 10 Jahre) sehr reif und eigenständig. Sie sind es gewohnt, selbst in die Schule zu kommen, ich bin nie ihre Chauffeurin gewesen. Wenn sie Hunger haben, machen sie sich auch mal selbst etwas zu essen.


Inwiefern beeinflusst die finanzielle Situation Frauen in Beziehungs-Entscheidungen?

Ich erlebe oft, dass Frauen aus einer Beziehung rauswollen, sich aber aufgrund der finanziellen Situation nicht trauen. Und trotzdem ist ihnen wichtig, ihre Selbstständigkeit wiederzugewinnen – das ist oft ein Dilemma. Durch Teilzeitarbeit entstehen ungewollte Abhängigkeiten und Machtpositionen in der Beziehung. Dadurch tauchen negative Vibes auf. Zwei finanziell unabhängige Partner sind ein wertvoller Baustein für eine glückliche Beziehung. Das Gefühl, jederzeit gehen zu können, aber nicht zu wollen, ist eine tolle Freiheit und erzeugt viel mehr Wertschätzung. „Damensache“ soll keine Frauenbewegung sein, sondern auch Männer sollen sich dafür interessieren, weil ja auch sie davon profitieren, wenn sie glückliche und unabhängige Frauen haben. Oder wenn ihre Töchter einmal für sich selbst sorgen können. Ich habe schon einige Väter hier gehabt, die für ihre Töchter einen Termin vereinbart haben. Es kommen aber auch viele Mütter mit ihren Töchtern, weil sie ihnen zeigen wollen, dass es bei ihnen sub­optimal gelaufen ist und weil sie sich für ihre Töchter eine bessere Zukunft wünschen.


Infos
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Finanztipps

Ein Ratgeber, der Sie aufrütteln wird.

„Geld ist Damensache“ von Dr. Marietta Babos

€ 26,50

ISBN: 978-3-200-08334-9

Was ist meist der Anlass, dass Frauen sich bei Ihnen melden, um bezüglich Vorsorge mit Ihnen zu sprechen?

Meist haben sie gesehen, wie es bei ihrer Mutter ist, und wollen das künftig so für sich nicht haben. Manchmal ist auch das Gegenteil der Fall: Sie sehen positive Beispiele in ihrem näheren Umfeld und möchten es ebenfalls richtig machen. Viele verdienen gut, aber es fehlt ihnen der Mut und das Know-how, dieses Geld sinnvoll zu veranlagen. Schon oft kamen Frauen, die sagten, sie haben bereits Gespräche in diese Richtung geführt, verstehen aber nur Bahnhof. Vielen erscheint das Thema sehr kompliziert, oft fehlt das Vertrauen in die beratende Person. Wir sind dazu da, ehrlich Auskunft zu geben und in der Umsetzung zu begleiten.


Was ist die größte Herausforderung in Sachen Vorsorge?

Ganz klar: ins Investieren zu kommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen gerne sparen, anhäufen. Durch die Inflation wird ein Teil des Geldes dadurch jedoch schnell vernichtet. Die Krise und die Pandemie haben aber dazu beigetragen, dass die Leute nun anfangen, sich über Vorsorge mehr Gedanken zu machen. Durch plötzliche Kurzarbeit etc. hat man gesehen, wie schnell sich alles ändern kann ohne das eigene Zutun. Und es werden sicherlich noch andere Krisen kommen, deswegen ist es wichtig, dass man nicht alles auf ein Pferd setzt.


Konkret: Wie soll ich veranlagen, um in der Pension gut über die Runden zu kommen?

Wir legen großen Wert auf drei Bereiche: Zum einen die Notreserve in Bargeld, Geld auf dem Konto oder Gold – so viel, dass man für drei bis sechs Monate die monatlichen Fixkosten abdecken kann –, diese sollte immer verfügbar sein. Der langfristige Vermögensaufbau – beispielsweise durch Wertpapierfonds – ist der Punkt für die Zukunft, an den wir so früh wie möglich denken sollten. Wenn man z. B. noch 40 Jahre im Job hat, ist es ideal, 10 % des Nettoeinkommens pro Monat in die Pensionsvorsorge zu investieren. Wenn man nur noch 20 Jahre im Job hat, sind es 20 %. Je früher ich starte, desto weniger monatliche Belastung habe ich – und zwar über den gesamten Zeitraum bis zur Pension. Veranlagungen dazwischen sind dazu da, sich etwas anzusparen, um sich mittelfristig etwas leisten zu können – eine Reise, eine größere Anschaffung wie ein Auto oder ein Hausbau. Wer wissen will, wie viel Geld er bis zur Pension ansparen sollte, um dann finanziell nicht erheblich eingeschränkt zu sein, kann sich auf unserer Website www.damensache.at den Zukunftsrechner ansehen, anonym ein paar einfache Daten eingeben und berechnen, wie hoch das private Pensionskapital sein sollte bzw. welche Summe monatlich oder einmalig investiert werden sollte, um den Lebensstandard halten zu können. Da werden viele überrascht sein.


Welchen Rat können Sie unseren Leser*innen noch mit auf den Weg geben?

Ich würde jedem raten, so bald wie möglich, noch in jungen Jahren, in eine eigene Immobilie zu investieren. Auch als junger Mensch mit einem Kredit eine kleine Wohnung kaufen – wer lange mietet, zahlt im Endeffekt den Preis eines Eigenheims, ohne Eigentum zu besitzen. Und allen Müttern und Großmüttern rate ich, ihre Kinder beim Startschuss zur Finanzierung des Eigenheims nach Möglichkeit zu unterstützen, beispielsweise durch vorzeitiges Vererben, dann bekommen die Älteren noch die Freude der Jüngeren mit. Und eine gute Beratung hinsichtlich Veranlagung in Fonds, Aktien, Gold etc. ist essenziell und sollte genauso zum Alltag gehören wie der jährliche Gesundheitscheck. Wir von Damensache können unabhängig für unsere Kundinnen da sein – und das Schönste ist für mich, zu sehen, wie die Klientinnen sich freuen, wenn sie erfolgreich investieren.

www.damensache.at

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"Das Gefühl der finanziellen Unabhängigkeit wünsche ich jeder Frau.", Dr. Marietta Babos, Finanzexpertin © Sandra Horak