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People | 15.11.2022

Business-Talk

… mit Friseurmeisterin Marion Reinprecht

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Friseurmeisterin Marion Reinprecht © Viktor Fertsak

Sie war schon als Kind mit ihrer Mutter immer mit beim Friseur und durfte dort manchmal zusammenkehren, erinnert sich Marion Reinprecht noch gut an ihre ersten Erlebnisse in der Welt der Friseur*innen. Schnell war für sie klar: „Ich möchte mal einen kreativen Job haben.“ Als sie als Jugendliche von einem traditionellen Friseur-Salon in Oggau gefragt wurde, ob sie in die Lehre gehen möchte, sagte sie zu. Nach drei Jahren Ausbildung zog es sie dann nach Eisenstadt zum Friseur Ossi. Dieser motivierte sie so sehr, dass Marion den Meisterkurs machte und bereits mit 22 Jahren selbstständig war, an ihrem Standort in Oggau, wo sie heute noch immer ihre Kund*innen und Mitarbeiter*innen glücklich macht.


Was war deine Motivation, einen eigenen Salon zu eröffnen?

Ich hatte das Glück, bei Ossi arbeiten zu dürfen. Er hat mir viel gezeigt, vieles vorgelebt: Schulungen, Umgang mit Kund*innen, Spaß an der Arbeit. Er hat mir den Beruf so richtig schmackhaft gemacht, sodass ich den Meisterkurs machte und dann schon mit 22 Jahren selbstständig war. Das ist mittlerweile fast 30 Jahre her.


Wie ist die Situation mit Lehrlingen bei dir im Salon?

Es macht mich sehr stolz, dass schon sehr viele Meister*innen aus meinem Betrieb hervorgegangen sind. Ich habe immer sehr gerne Lehrlinge ausgebildet. Für viele andere Betriebe sind Lehrlinge Belastung und Aufwand. Ich sehe es so, dass es ohne sie nicht geht, denn wer soll denn in Zukunft den Beruf sonst ausüben? Es macht Spaß, mit jungen Leuten zu arbeiten, sie sind kreativ und wir Alten haben das Wissen. Das gehört zusammengebracht und weitergegeben. Derzeit habe ich einen Lehrling, aber ich suche noch weitere.


Wieso ist es so schwierig, Nachwuchs zu finden?

Zum einen erfordert der Beruf Friseur*in eine gute Handfertigkeit und Konzentration. Man muss sehr viel lernen. Das ist ein großer Punkt, warum viele sich nicht drübertrauen. Gleichzeitig muss man sich gut auf Kund*innen einlassen können. Auf der anderen Seite ist die Scheu, eine Lehre zu machen, groß, weil sich die Wahrnehmung der Dienstleistungsberufe in den letzten Jahrzehnten geändert hat. Die Wichtigkeit von Handwerksberufen ist abhanden gekommen. Die Lehre wird heute runtergespielt: „Wenn du nix lernst, gehst halt in die Lehre.“ Dabei sind die Lehrberufe enorm wichtig für die Zukunft! Ein anderer Punkt ist, dass der Verdienst in den ersten Lehrjahren leider sehr schlecht ist. Motivation muss daher von woanders kommen.


Wie motivierst du dich und deine Kolleg*innen täglich aufs Neue?

Der Salon soll für meine Mitarbeiter*innen und mich wie ein zweites Zuhause sein, sie sollen sich wohlfühlen. Wir haben eine 4-Tage-Woche, bei mir gilt Handschlagqualität und eine Vertrauensbasis. Meine Mitarbeiter*innen können die Welt bereisen, auf Messen, Fortbildungen fahren. Lehrlinge sind nicht nur fürs Putzen zuständig, sondern ein vollwertiger Mensch, der geführt und ausgebildet wird und seine Kreativität frei entfalten kann.


Was gefällt dir an deinem Job am besten?

Ich darf die Schönheit jedes einzelnen Menschen hervorheben und ihn ins beste Licht rücken. Ich zaubere den Menschen ein Lächeln ins Gesicht, das ist das Beste an meinem Beruf.


www.feelingbymarion.at