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People | 17.06.2016

Wo die Kunst in der Familie liegt

Malerin Katharina Prantl und wie sie ihr vererbtes Talent als „Next Generation“ auf ihre Art und Weise weiterführt.

Katharina Prantl, Malerin 

„Arnulf Rainer, mein Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, hat mir geraten, meinen Namen zu ändern“, erklärt Katharina Prantl, Tochter des vor sechs Jahren verstorbenen Bildhauers Karl Prantl und der Malerin Uta Peyrer-Prantl sowie Schwester des Choreografen Sebastian Prantl. „Ich habe kurz überlegt, den Namen meiner Pöttschinger Großmutter anzunehmen, weil mich das freier gemacht hätte. Den Namen zu wechseln hätte aber auch bedeutet, dass ich die Kunst meiner Eltern nicht schätze.“ 

Ein Familienunternehmen. Katharina Prantl bewegt sich von klein auf im Künstler-Milieu. Bei ihrer Geburt, so eine in der Familie tradierte Anekdote, soll ihr Vater gesagt haben: „Eine Malerin ist geboren.“ Bei den von Karl Prantl initiierten Bildhauersymposien im Steinbruch St. Margarethen „war ich immer mittendrin, es gab kein Kinderprogramm. Später habe ich meinem Vater assistiert und beim Aufbau von Ausstellungen geholfen. Das war oft auch eine Zerreißprobe, weil mir kaum Zeit für Eigenes geblieben ist.“ 

Freiräume. Katharina Prantls erster Berufswunsch war, Medizin zu studieren. Mit 18 aber ging sie nach New York, wo sie in die dortige, aufregende Kunstszene eintauchte und sich ausschließlich der Malerei widmete. Sich mit einer Reise „wegzubeamen“ und für sich sein zu können, „das ist eine Technik geworden, die funktioniert“. Von Reisen bringt sie auch Inspiration für ihre Bilder mit, „die in einem freien malerischen Prozess entstehen, wobei mich das Atmosphärische mehr interessiert als die Abstraktion.“

„Ein schönes Experiment“. Obwohl ein Großstadtmensch, verbringt Katharina Prantl jetzt viel Zeit in Pöttsching. Dort entstanden ein großzügiger Ausstellungsraum für die Skulpturen ihres Vaters, ihr eigenes Atelier sowie Wohnräume. Bei gegenseitigen Atelierbesuchen tauscht sie sich künstlerisch mit ihrer ebenfalls in Pöttsching lebenden Mutter aus. „Mutter-Tochter, das ist ein schönes Experiment. Ich glaube, ich habe den Generationswechsel gut geschafft. Meine beste Zeit verbringe ich mit meiner Malerei, und ich trage das Erbe weiter, so gut ich kann.“

Katharina Prantl

Bildende Künstlerin

  • 1958 in Wien geboren 
  • Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Max Weiler und Arnulf Rainer
  • zahlreiche internationale Ausstellungen 
  • lebt und arbeitet in Pöttsching und in Wien 

www.katharinaprantl.at