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People | 09.06.2016

Wo die Kunst in der Familie liegt

Sängerin und Schauspielerin Shlomit Butbul und wie sie ihr vererbtes Talent als „Next Generation“ auf ihre Art und Weise weiterführt.

Shlomit Butbul

Sängerin und Schauspielerin

„Für mich stand schon als 9-Jährige fest, dass ich unbedingt steppen und singen wollte“, erinnert sich die Wahl-Eisenstädterin Shlomit Butbul, „ mit dieser Entscheidung war ich früher dran als meine Mama“. Mutter Martha Margit Butbul, geb. Bohdal, besser bekannt als Jazz Gitti, konzentrierte sich erst nach ihrem 35. Geburtstag und nach einem bewegten Leben u. a. als Kellnerin, Putzfrau, Eisverkäuferin und Jazz-Club-Betreiberin ganz auf die Musik.

Die „Sabre“. Shlomit Butbul ist es wichtig, eine „Sabre“, wörtlich übersetzt eine „Kaktusfeige“, und damit eine in Israel Geborene zu sein. Zur Welt kam sie in Haifa, wohin ihre Mutter, die Tochter einer Wiener Jüdin und eines katholischen Vaters, übersiedelt war und einen marokkanischen Juden heiratete. Nach der Scheidung ihrer Eltern ging es für die damals 6-Jährige mit ihrer Mama in deren Heimatstadt Wien. Mit 17 zog es sie wieder nach Israel, wo sie auch im Militär diente. 

Familie vor Karriere. Zurück in Österreich, studierte Shlomit Butbul am Konservatorium der Stadt Wien, drehte Filme u. a. mit Konstantin Wecker, wirkte in Musicals mit, gab CDs heraus, führte in Luxemburg das Kulturcafé „L’inoui“ (zu Deutsch „die Unerhörte“) mit 220 Veranstaltungen pro Jahr und hatte eine Ethno-Jazz-Band. Und sie bekam genau so viele Kinder, wie sie immer schon wollte, nämlich drei, und steckte ihre Karriere zugunsten ihrer Familie zurück: „Meine Kinder haben Priorität, nichts ist mir wichtiger.“ 

Neue Projekte. Zurzeit bereitet Shlomit Butbul eine Revue vor. Außerdem geplant: eine Tournee mit vertonten Gedichten von Erich Fried. Schon fixiert: eine Matinee zugunsten der Non-Profit-Organisation „APlace4Peace“ am 5. Juni im Wiener Odeon. Viel zu tun also, aber machbar, weil: „Ich bin ein Workaholic, nutze jede freie Minute und lerne Lieder und Texte auch beim Autofahren.“

Ein Herz und eine Seele. „Früher habe ich meine lebenslustige Mama vermisst. Das war eine Zeit der Hassliebe, wie sie Töchtern und Müttern nicht fremd ist“, erzählt Shlomit Butbul. Inzwischen aber hat sich das Verhältnis geklärt. „Was mir meine Mama mitgegeben hat, das ist Authentizität. Sie ist im Wien der Nachkriegszeit aufgewachsen, daher auch so schlagfertig und ein Rundum-Paket als Entertainerin. Ich bin nicht für die kommerzielle Schiene gemacht, sondern bleibe mir mit Ethno-Jazz selbst treu.“ 

Shlomit Butbul

Sängerin und Schauspielerin

  • 1965 in Haifa/Israel geboren 
  • studierte Musical, Operette und Chanson am Konservatorium der Stadt Wien 
  • führte 14 Jahre lang in Luxemburg ein Kulturcafé
  • lebt seit eineinhalb Jahren mit ihrer Familie in Eisenstadt 

www.shlomitbutbul.com