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Upgrade | 28.04.2021

Allerlei

aus dem Burgenland

Bild shutterstock_1712466679.jpg
© Shutterstock

Mathematik-Pfad

© Vanessa Hartmann

Pädagogin, Tutorin, Model – und jetzt auch noch Buchautorin: Die Südburgenländerin Annette Zlatarits hatte vor vier Jahren mit drei weiteren Mathematiklehrern den Wunsch, ihre eigene Schulbuchreihe für die Oberstufe umzusetzen. Gesagt, getan. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der „Mathematikpfad“ ist ein Arbeitsbuch mit Lösungen und Schularbeitentrainer für die 5. bis 8. Klasse Oberstufe. Die Bücher werden bereits an einigen Schulen österreichweit verwendet und auch privat bestellt. „Unser Ziel war es, Mathematikbücher zu kreieren, die an die aktuelle Mathematik-Zentralmatura angepasst sind, die Schüler*innen auch mit Tipps zur Berechnung mit technischen Hilfsmitteln unterstützen und die Möglichkeit zum Selbststudium bieten“, so Zlatarits.

Unter www.westermanngruppe.at können die Bücher sowohl von Privatpersonen als auch von Schulen bestellt werden.

 

 

Klima­EntLaster – Transportrad-Sharing im Test

© Peter Provaznik / Die Radvokaten

Bereits seit 1,5 Jahren wird in Mattersburg ein tragfähiges Konzept für ein Transportrad-­Sharing-System („KlimaEntLaster“) getestet. Hintergrund ist dieser: Bis zum Jahr 2030 sollen sieben Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Eine Verlagerung von kurzen Kfz-Fahrten auf nachhaltige Verkehrsmodi ist dafür unumgänglich. Transportfahrräder mit elektrischer Unterstützung stellen dabei eine attraktive Alternative dar, um CO2-Emmissionen zu reduzieren. Eine Wiener Projektgruppe rund um Fahrradexpert*innen und Mobilitätsforscher*innen versucht in ständigem Austausch mit den Nutzer*innen, ein tragfähiges Konzept für Transport­radnutzung zu entwickeln, das in der Region Bestand haben und zum Vorbild für viele andere Smart Cities in Österreich werden kann. Dabei fokussieren sich die Projektinitiatoren auf Klein- und Mittelstädte, da dort im Unterschied zu z. B. Wien, Graz, Linz oder Salzburg das Potenzial des Transportrads noch nicht entsprechend gefördert wird. In Mattersburg können seit September 2019 drei Transportfahrräder geliehen werden. Zwei davon sind mit einem Kilometerzähler ausgestattet und haben seither bereits 1.500 km zurückgelegt. Zudem kann das Transportrad „Martha“ ab April via smarter Verleihbox (Code aufs Smartphone) rund um die Uhr kontaktlos ausgeliehen werden.

Interessierte Personen und Betriebe können sich auf der Seite www.klimaentlaster.at/fahrradleihe kostenlos registrieren, ihr Wunschrad reservieren, am Standort abholen und nach einer kurzen Einschulung losfahren. Privatpersonen können die Räder stundenweise oder für maximal eine Woche ausleihen. Für Betriebe besteht die Möglichkeit, die Transporträder bis zu drei Monate zu nutzen. Die Ausleihe ist während der Testphase kostenlos, es muss lediglich eine Kaution hinterlegt werden.

 

 

Corona aus der Sicht eines Teenagers

von Angelina Zöchmeister, 14, Schülerin an der HAK Baden

© beigestellt

 

„Als Teenager hat man grundsätzlich eine schwere Zeit durchzumachen. Man weiß plötzlich nicht mehr, wer man ist, probiert neue Dinge aus. Man hat Spaß mit Freunden und erfindet sich andauernd neu.Doch was sollen wir tun, wenn uns all das genommen wird? Was sollen wir tun, wenn wir uns kriminell fühlen, weil wir uns mit unseren besten Freunden treffen wollen? Wie können wir diese Phase, in der wir weder Kind noch Erwachsener sind und nicht mehr wissen, wer wir sein möchten, überstehen, ohne daran kaputtzugehen?
 
Ich denke, kein Jugendlicher hatte auf dem Plan, Schule nur noch mit durschnittlich sechs Stunden täglicher Computerbestrahlung zu erleben. Und wir haben uns nicht vorgenommen, unsere Hobbys aufzugeben, weil es auf einmal heißt, wir dürfen keinen Sport mehr machen – sei es im Verein oder im Gym. Und ja, im Winter verbringen wir ohnehin mehr Zeit in den eigenen vier Wänden, aber was ist mit dem Rest des vergangenen Jahres, den wir verloren haben?

Besonders toll sind die Sprüche mancher Lehrer*innen, die uns sagen, wir würden unsere kostbare Jugend verlieren. Und kombiniert mit dem altbekannten Motto Erwachsener, die Schulzeit sei die beste Zeit unseres Lebens. Ich habe leider nicht mehr viel Hoffnung. Wenn wir Jugendlichen also gerade gezwungenermaßen auf die beste Zeit unseres Lebens verzichten müssen, was bleibt uns dann noch, wofür sollen wir weiterkämpfen? Wir saßen monatelang Tag für Tag in unseren Zimmern und haben versucht, Lehrer*innen zuzuhören, wie sie Wissen in unsere Köpfe bekommen wollten. Im Online-Unterricht ist es für viele die Hölle. Manche nehmen Schule vielleicht grundsätzlich nicht ernst, aber ich erlebe selbst mit, wie einige schlaue Klassenkameraden online untergehen und die Noten immer schlechter werden, einfach weil sie mit dem, was von uns verlangt wird, nicht klarkommen. Noch schlimmer ist es bei denen, die wollen, aber nicht können, weil sie schlicht und einfach schlechtes Internet haben.

Und um wieder auf den Tagesablauf zurückzukommen: Wenn wir unsere Online-Meetings erledigt haben, warten auf viele von uns Berge an Hausaufgaben, die wir wegen mangelnden Praxisunterrichts oft nicht bewältigen können. Und anstatt einen Ausgleich in Hobbys zu finden, bei denen wir uns mit Freunden austauschen, um über all das persönlich reden zu können, liegen viele von uns dann im Bett und hoffen verzweifelt, dass dieses Chaos, und als mehr sehen wir es nicht, endlich aufhört. Nun wurde uns durch die vermeintliche Öffnung der Schulen Hoffnung gemacht. Damit wurde es aber nur schlimmer. Im neuen Unterrichtskonzept sitzen wir nicht mal die Hälfte der Woche in der Schule und bekommen nur mangelnd verständlichen Unterricht. Und sobald wir nach nur zwei kurzen Tagen wieder zu Hause sitzen, bekommen wir großteils nicht mal mehr den mittlerweile gewohnten Unterricht zu Hause, sondern müssen oft selbst überlegen, wie wir die Zeit totschlagen, die sowieso schon viel zu langsam vergeht. Die Erkenntnis, dass das für die Woche ‚genug‘ war, um uns Bildung zu vermitteln, ist bedrückend. Zu den Masken in der Oberstufe möchte ich gar nicht mehr sagen, als dass man das Gefühl hat, stundenlang durch Plastik zu atmen, was auch nur unbeschwert möglich ist, wenn man versucht, so flach und wenig wie möglich zu atmen, was sicher auch nicht sonderlich gesund sein kann. Über Menschen mit z. B. Asthma oder Migräne hat dabei wohl niemand nachgedacht.

Wir fühlen uns von der Gesellschaft vergessen, und niemand Wichtiges gibt uns das Gefühl, wir wären es wert. Ich sehe keine Hoffnung mehr für mein Privatleben und meine Bildung. Motivation habe ich schon lange nicht mehr, und Ausgleich – so wie früher – klingt wie ein Märchen.
Meine kleine Schwester kann sich nicht einmal mehr an das Leben vor der Pandemie erinnern. Um ehrlich zu sein, sollte es uns Angst machen, dass die Jüngeren bereits vergessen haben, wie sich ein normales Leben anfühlt. Und im Namen der Jugendlichen sage ich: Es ist zu viel. Wir wollen unsere Jugendjahre zurück! Wobei man die Zeit nicht zurückdrehen kann, daher sage ich: Nehmt uns nicht noch mehr von unserer Zeit, denn auch wir leben nicht ewig – ob die meisten das überhaupt noch möchten, sei dahingestellt.“